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Fußball, Saison 13/14, Männer, Landespokal, 1. Hauptrunde, Spielbericht, ESV Delitzsch – FC Grimma

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ESV Delitzsch – FC Grimma 1:0 (1:0)
Delitzsch: Gedigk – Stadtherr – Döhler, Hampel, Wolff – Seebach, Becker (ab 87. Döring), Dubrau, Rast – Prautzsch (ab 71. Klein), Hecht – Trainer: Geppert
Grimma: Evers – Sommer, Wagner, Weber, Rückert – Brand (ab 64. Kurzbach), Kunert, Hausmann, Jackisch – Wiegner, Merseburger (ab 60. Heusel) – Trainer: Wohllebe
Schiedsrichter: Bartsch (Leipzig) – Schiedsrichter-Assistenten: Sander, Koch (beide Leipzig) – Tor: 1:0 Becker (9.) – Gelbe Karten: Rast (Delitzsch – Foulspiel – 85.), Döhler (Delitzsch – Foulspiel – 90.) – Reservebänke: Schulze (Tor), Berger – Neudel (Tor), Hashani, Knoof, Schwarz – Zuschauer: 80 im Stadion der Eisenbahner zu Delitzsch

Delitzsch. Jeder blamiert sich einfach so gut er kann. Es ist noch gar nicht so lange her, da unterlag Sachsenligist FC Grimma im August 2010 beim Bezirksliga-Aufsteiger SV Mügeln/Ablaß im Pokal mit 0:1 und war damals die Lachnummer in der Region. Fast drei Jahre später ereilte den Muldestädter nun noch einmal gleiches Szenario. Beim Bezirksligisten ESV Delitzsch zogen die Grimmaer mit 0:1 (0:1) den Kürzeren – eine Niederlage, die nie hätte zustande kommen dürfen. Der Wille und die Bemühungen kann der Elf absolut nicht abgesprochen werden, doch wer sich aus gefühlten 85% Ballbesitz und etwa 20 Tormöglichkeiten nichts Zählbares herausarbeitet, der brauch sich letztlich über die Niederlage nicht beschweren. Bleibt zu hoffen, dass dieser Schuss vor den Bug vor dem Sachsenliga-Auftakt am kommenden Samstag bei der SG Sachsen Leipzig gerade noch rechtzeitig kam.

Von Beginn an war die Richtung in dieser Partie klar vorgegeben. Delitzsch legte ein großes Augenmerk auf die eigene Defensive, Grimma legte frühzeitig den Vorwärtsgang ein. Bei einem Freistoß von Jackisch zeigte sich ESV-Schlussmann Gedigk voll auf der Höhe (2.), bei einem Schuss von Wiegner fehlten die berühmten Zentimeter (6.). Doch mit dem ersten Angriff der Gastgeber sollte der Favorit dann bereits in Rückstand liegen. Becker profitierte von mehreren Unzulänglichkeiten in der Grimmaer Hintermannschaft und überwand Evers mit einem platzierten Flachschuss – 1:0 (9.).
Dies erzeugte bei den Platzherren zusätzliches Selbstvertrauen – Döhlers Schuss strich knapp über den Querbalken (12.). Zwar blieben die Gäste auch nach dem Rückstand klar feldüberlegen, doch war das Tempo einfach zu gering. Delitzsch gelang es immer wieder sich im Defensivbereich zu formieren und die Räume eng zu machen. Es fehlte einfach an der spielerischen Leichtigkeit. Dennoch hatten die Wohllebe-Schützlinge eine Reihe von sehr guten Möglichkeiten um das Ergebnis positiv zu gestalten. Jackisch setzte einen Volleykracher an die Querlatte, im Anschluss daran verfehlte Hausmann nach einer Merseburger-Eingabe knapp das Ziel (22.). Wenig später scheiterte Jackisch mit einem Freistoß am glänzend reagierenden Gedigk (25.), den anschließenden Eckball von Kunert köpfte Weber knapp vorbei (26.).

Grimma war nun dem Ausgleich sehr nah, doch der Delitzscher Schlussmann Gedigk erwischte einen großartigen Tag und erwies sich als unüberwindbares Hindernis. Zunächst scheiterte Brand nach einer Jackisch-Flanke am ESV-Keeper (27.), kurz darauf Merseburger im Duell Eins-gegen-Eins nachdem dieser vorher durch Wagner prima in Szene gesetzt worden war (33.). Grimma drückte nun, Delitzsch kam aus der Umklammerung kaum noch heraus. Ein Freistoß von Merseburger zischte knapp über den Querbalken (36.), nach einem Wiegner-Alleingang blieb Gedigk abermals der Sieger (38.) und bei Brands Direktabnahme fehlte auch nicht ganz so viel (43.). Trotz der Möglichkeiten lebte das Grimmaer Spiel jedoch auch von Unzulänglichkeiten und jeder Menge Fehlpässen. Gegen Ende der Halbzeit hatte der Gastgeber daraufhin zwei verheißungsvolle Kontermöglichkeiten, wo zunächst Wagner gegen den einschussbereiten Hecht rettete und anschließend Evers einen Schuss von Hecht über die Latte lenken konnte (36., 44.). Dennoch hätte es bis zur Pause mindestens unentschieden stehen müssen. Spätestens als Jackisch abermals an Gedigk scheiterte und Merseburger den Nachschuss neben den Kasten setzte (45.).

Auch in den zweiten 45 Minuten dasselbe Bild. Grimma rannte, wenn auch später mit völlig untauglichen Mitteln, unentwegt an, Delitzsch verteidigte aufopferungsvoll und fuhr ab und an gefährliche Konter. Weitere Grimmaer Ausgleichsmöglichkeiten zu Beginn der Halbzeit waren vorhanden, doch blieb Gedigk im ESV-Gehäuse weiter bärenstark. Erst krallte er sich den Flachschuss von Jackisch (46.), reagierte dann gedankenschnell nach einem flatternden Hausmann-Freistoß (48.) und ließ dann auch nach einem Versuch von Sommer die Gäste zur Verzweiflung bringen (53.). Dennoch blieb die Fehlerquote in spielerischer Hinsicht der Muldestädter weiterhin extrem hoch, woraus die Eisenbahner ab und an gefährlich kontern konnten. Nach einer gefährlichen Eingabe von Becker trudelte die Kugel durch den ganzen Fünfmeter-Raum, wobei Prautzsch das Streitobjekt knapp verpasste (49.). Wenig später abermals Unordnung in der Grimmaer Hintermannschaft, doch sowohl Wagner als auch Evers warfen sich rücksichtslos in die Schüsse von Rast um einen höheren Rückstand zu vermeiden (59.).
Dagegen ließ man im Offensivbereich weitere vielversprechende Möglichkeiten ungenutzt. ESV-Schlussmann Gedigk wuchs quasi über sich hinaus, als er gegen Jackisch (60., 61.), Sommer (67.) und Hausmann der Sieger blieb (73.) und somit den knappen Delitzscher Vorsprung verteidigte. Den Gästen rannte nun natürlich die Zeit davon, doch anstatt weiter zu versuchen sich durch die spielerische Komponente Torchancen zu erarbeiten, wurden die Bälle viel zu früh weit und hoch ins Sturmzentrum befördert.

Dies war natürlich das völlig falsche Mittel gegen die kopfballstarken Abwehrspieler der Nordsachsen, die sich nun fortan gegen das stereotype und planlose Anrennen der Muldestädter bestens darauf einstellen konnten. Mit Mann und Maus sowie der berühmten Brechstange versuchte der Sachsenligist in der Endphase doch noch zum Ausgleich zu kommen, doch was man in den vorherigen 80 Minuten nicht schaffte, sollte auch zum Schluss nicht mehr positiv ausgehen. Delitzsch verteidigte, kämpfte aufopferungsvoll und hielt die Führung bis zum Schluss. Döhler hätte kurz vor Ultimo nach einem Alleingang sogar noch erhöhen können, doch versagten ihm allein vor Evers die Nerven (86.).

Somit schieden die Grimmaer wieder einmal in der 1. Hauptrunde des Sachsenpokals aus. Wie bereits erwähnt war diese Niederlage absolut vermeidbar, doch wer seine Chancen nicht nutzt, kann auch kein Spiel gewinnen. Dieser Aspekt muss am Samstag beim Sachsenliga-Auftakt in Leipzig-Leutzsch unbedingt besser werden, da man dort mit Sicherheit nicht diese Fülle an Möglichkeiten bekommt wie in Delitzsch.

August 04, 2013 / 12:52:49 Uhr / Tom Rietzschel, Teammanager und Mannschaftsleiter FC Grimma e.V., Web: http://fc-grimma.de

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